Das Gehege für Landschildkröten
Landschildkröten benötigen ein Gehege, um sich entfalten oder wohlzufühlen zu können. Es sollte sich dabei idealerweise um ein Frei- oder Außengehege handeln, denn die Schildkröten brauchen sehr viel Platz.
Die Landschildkröten wärmen sich am besten auf, wenn die Sonne gerade aufgegangen ist. Die Tiere fühlen sich am wohlsten, wenn die Gehege in Hanglage angelegt wurden, weil da die Sonne wesentlich steiler auf das Gehege scheint.
Die Einrichtung des Außengeheges
In der Natur sind die Landschildkröten Kies, Sand- und Kalkhaltige Böden gewöhnt, deshalb sollten die Gehege auch aus diesem Material bestehen. Ein Gehege ohne Verbindung zur Natur wäre für die Landschildkröten nicht artgerecht. Eine ganz gewöhnliche Terrarien-oder Gartenhaltung entfällt also hiermit komplett. Ein Gehege kann zudem für die Landschildkröten nie groß genug sein, je mehr Fläche vorhanden ist, desto besser. Die Größe des Geheges kommt immer auf die Vielzahl der Landschildkröten an, die im Gehege gehalten werden. Man sollte den Schildkröten im Gehege eine weite Fläche bieten, damit sich die Schildkröten nicht gegenseitig in die Quere kommen. Am liebsten bevorzugen die Schildkröten Dickicht, um sich vor anderen Landschildkröten verstecken und ausruhen zu können. Für das Gehege braucht man ebenso Legehügel, in die Schildkröten ihre frisch gebrüteten Eier hinein legen können. Größere Steine sollten dort entfernt werden, so dass die Schildkröten ungehindert graben können.
Die Unterbringung von Jungtieren
Jungtiere (4- 5 Jahre alt) müssen in einem anderen kleineren Gehege untergebracht werden – dieses sollte man mit Gittern absichern, damit Raubvögel sich die Jungtiere nicht schnappen können. In einem großen Gehege hätte man Probleme die Landschildkröten wiederfinden, da sich diese ganz gerne verstecken.
Die Umrandung und die Absicherung des Geheges
Die Umrandung des Geheges sollte 30 cm hoch sein. Um das Gehege abzusichern, sollte man keine kerzengerade Bretterwand oder Mauern nehmen, die von den Schildkröten meistens als störend empfunden werden. Man sollte das Gehege so absichern, dass dieses von den Tieren als angenehm empfunden wird. Andernfalls würden die Schildkröten versuchen, auszubrechen. Man kann die Einfriedung beispielsweise bogenförmig mit Steinen, Wurzeln und kleinen Erdhügeln gestalten. Für die Abdichtung des Geheges ist Drahtgeflecht nicht geeignet, dann sind Stein-und Betonmauern doch das bessere Material. Die Steine können auch übereinander gestellt werden und müssen nicht unbedingt gemauert werden. Die Mauer hat den Vorteil, dass sie Wind von dem Gehege fern hält und die Wärme länger speichert. Umbaumaßnahmen des Geheges wären für die Tiere mit erhöhtem Streßfaktor verbunden.
Der Bodengrund
Damit die Böden kalkhaltig bleiben, ist es vollkommen ausreichend wenn man mehrere Male Dolomitkalk und Muschelschalenschrot auf den Boden streut. Es müssen aber auch genügend Schattenplätze im Gehege vorhanden sein. Felsenartige Böden und quer gestellte Baumstämme und andere Hindernisse wie Steine, Felsen, die von den Schildkröten überwunden werden müssen, sollten unbedingt vorhanden sein – nur so machen Sie das Gehege auch für die Tiere langfristig interessant. Ein Frühbeet und Gewächshaus sollte im Gehege als Grundausstattung vorhanden sein. Für sonnige Plätze eignen sich hervorragend schottrige Böden. Eine Badeschale und eine Terrasse sollte ebenso vorhanden sein.
Wasserschale
Damit die Tiere jederzeit ihren Durst befriedigen können, sollte im Gehege auch eine Wasserschale bereit stehen. Diese sollte täglich durch frisches Wasser ausgetauscht werden, da sich schon mal schmutziges Regenwasser und Urin der Landschildkröten dort sammeln kann.
Welche Pflanzen eignen sich für das Gehege?
Es sollten Pflanzen im Gehege vorhanden sein, wie beispielsweise ungiftige Heckenpflanzen, sowie Palm- und Keulenlilien. Auch Gewürzkräuter wie Rosmarin, Salbei, Tymian, Lavendel und Heidekraut sind für das Gehege gut geeignet. Wilde Brombeere, wilder Wein, Hibiskus und Heckenrosen werden von den Schildkröten auch gerne akzeptiert bzw. gefressen. Besonders gerne mögen Schildkröten Lippen-und Schmetterlingsblütler, sowie Kleine Agaven und Opuntien.
Spitzgräser werden allerdings von den Schildkröten nicht akzeptiert, da es sich schließlich um einen Steingarten und keinen Rasen handeln soll.
Ideal wäre es, einen Teil des Geheges zum Abgrasen zu trennen. So können die Schildkröten die einen Pflanzen fressen und die anderen gefressenen Pflanzen können in der Zwischenzeit wieder neu wachsen bzw. ausreifen. In der freien Natur fressen die Schildkröten niemals eine komplette Pflanze, sondern fangen mit mehreren Pflanzen an. Auf diese Art und Weise ernähren sich die Schildkröten gesund und abwechslungsreich.